Amazon Kindle 4 Test

Lange haben wir spekuliert, wann Amazon den neuen Kindle auf den Markt bringen würde. Ende September 2011 stellte Amazon dann gleich drei neue Modelle vor. Eines dieser Modelle ist der Kindle 4, es ist zudem das kostengünstigste Modell. Der eBook Reader ist für nur 99 Euro bei Amazon erhältlich. Allerdings wurde der Funktionsumfang im Kindle 4 auch stark beschnitten, um diesen Preis zu realisieren. Deshalb hat unsere Redaktion den Amazon Kindle 4 Test für Euch durchgeführt und wir waren von dem neuen eBook Reader begeistert.

Kindle

Verschickt wird der Kindle 4 nur in der Produktverpackung, und zwar ohne schützenden Versandkarton. Trotz der minimalistischen Verpackung kam der eBook Reader unbeschadet bei uns an. Der neue Kindle präsentierte sich uns in der Farbe Grau-Silber, dadurch ist er unempfindlicher für Fingerabdrücke. Unter dem Display sind fünf Tasten angebracht, und zwar die Home-, Menü-, Tastatur-, Zurücktaste sowie das Steuerkreuz mit der Bestätigungstaste. Im Kindle 4 Test stellten wir fest, dass sich diese Tasten leicht betätigen lassen, sie machten einen ausgezeichneten Eindruck. Allerdings überzeugten uns die Tasten zum Blättern an den Seiten nicht, sie befinden sich an der Geräteseite und sind sehr schmal. Da sie in den Rahmen des Geräts eingearbeitet wurden, sind sie schwerer zu ertasten und zu betätigen. Die Rückseite wurde aus einem angerauten Plastik angefertigt. Wie bei vielen anderen Readern ist auch beim Kindle 4 die Rückseite nicht perfekt mit dem Gerät verbunden. Deshalb knarzt er manchmal beim Lesen. An der Unterseite befindet sich der Power- und Standby-Knopf, ein Micro-USB-Anschluss sowie eine StatusLED. Mit nur 170 Gramm Gewicht liegt der Reader sehr gut in der Hand, zudem ist er mit den Maßen 166x114x8,7 Millimeter angenehm klein.

Beim neuen Kindle 4 hat Amazon auf eine Tastatur sowie einen Touchscreen verzichtet. Der Bildschirm, er ist sechs Zoll groß, ist dadurch bedingt nicht so tief in das Gehäuse eingelassen und wirkt größer sowie moderner. Die Auflösung von 600×800 Pixel ist optimal für Bücher. Nicht verändert wurde die Technik, und zwar arbeitet das neue Modell wie sein Vorgänger mit dem eInk-Pearl Display. Das Bild des Displays ist gestochen scharf, es ist somit bei der Textwiedergabe allen herkömmlichen TFT-Monitoren sowie Displays überlegen. Obwohl der Kindle 4 nur sechzehn Graustufen darstellt, sehen die Buchstaben wie gedruckt aus. Allerdings können die Bilder nicht farbig angesehen werden. Mit zwei Gigabyte ist der interne Speicher etwas kleiner als beim Vorgängermodell. Trotzdem können etwa 1.400 Bücher gespeichert werden. Allerdings besteht keine Möglichkeit, den Speicher durch eine Speicherkarte zu erweitern. Gespart wurde beim Kindle 4 auch im Vergleich zum Kindle 3 bei der Audiounterstützung, das Modell besitzt keine Lautsprecher. Dagegen verfügt der Kindle 4 über einen W-Lan-Anschluss, somit kann direkt auf den Bücher-Store zugegriffen werden.

Beim Kindle 4 Test wurden wir bei der ersten Inbetriebnahme von einem Set-Up-Assistenten begleitet. Mit der richtigen Sprache konnten wir uns über W-Lan mit dem Internet verbinden. In der Willkommensnachricht wird dem neuen Benutzer noch erklärt, wie er auf den Kindle-Store zugreifen kann. Die Ansicht ist im Vergleich zu anderen eBook Readern einfach gehalten, es wird lediglich eine einfache Listenansicht gezeigt, aus der ein Buch ausgewählt werden kann. Zusätzlich zur einfachen Buchauswahl gibt es am Homescreen zwei weitere Optionen. Durch Betätigung der Tastatur-Taste werden am unteren Bildschirmrand eine Onscreen-Tastatur sowie eine Suchleiste gezeigt. Durchsucht werden kann der Kindle-Store, Wikipedia, Google, das Wörterbuch sowie der Reader selbst. Die Sucheingabe erfolgt etwas umständlich über das Steuerkreuz sowie die Onscreen-Tastatur. Das mühselige Eingeben ist zum Suchen ausreichend, allerdings zum Schreiben von Notizen sehr unpraktisch.

Durch die Betätigung der Menü-Taste wird Ordnung auf den Homescreen gebracht, Ordner sowie Bücherregale können angelegt werden. Praktisch ist das Setzen eines Lesezeichens über das Optionsmenü, dann wird an der rechten oberen Ecke ein Eselsohr angezeigt. Alle Lesezeichen, Notizen sowie Markierungen sind unter “Anmerkungen anzeigen” zu sehen und werden dort gesammelt. Ebenfalls kann das Schriftbild beim Kindle 4 angepasst werden. Allerdings stehen nur wenige Schriftarten zur Verfügung. Auch für Personen mit einer Sehbehinderung ist die maximale Schriftgröße ausreichend. Ebenfalls unterstützt der Kindle 4 wie sein Vorgänger der Kindle 3 kein PDF-Text-Reflow. Zum Vergrößern kann nur gezoomt werden, allerdings wird die Bildschirmbreite dabei nicht angepasst. Unterstützt, als eBook-Dateien, werden beispielsweise AZW, PDF, TXT, HTML, DOC, DOCX, PRC nativ sowie ungeschützte MOBI, allerdings fehlt das Format ePub. Dadurch können leider keine Bücher in anderen Onlineshops gekauft werden sowie ohne Konvertierung am Kindle 4 gelesen werden. Ebenfalls werden Bilddateien unterstützt, und zwar die Formate GIF, PNG, BMP sowie JPEG.

Und da Bilder oft mehr sagen als viele Worte, haben wir für euch auch noch einen Video Testbericht zum Kindle 4 von Amazon herausgesucht:

Fazit nach unserem eBook Reader Test

Beim Kindle 4 Test stellte unsere Redaktion fest, dass das Gerät eine ausgezeichnete Bildqualität besitzt und es sich um einen soliden eBook Reader handelt. Als Nachteil empfanden wir die fehlende QWERTY-Tastatur, da die Eingabe über das Steuerkreuz etwas mühselig war. Der Kindle 4 ist aber perfekt für den reinen Lesebetrieb geeignet. Er ist leicht, klein und besitzt ein sehr gutes eInk-Pearl Display. Für Einsteiger ist der Kindle 4 allemal sehr gut geeignet und es besteht auch die Möglichkeit die Bücher direkt am eBook Reader über ein bestehendes Amazon-Konto zu kaufen. Wer allerdings viel über die Tastatur eingeben möchte, sollte lieber zu einem etwas teureren Gerät mit QWERTY-Tastatur greifen.