iRiver Story HD Test

Nachdem der iRiver Story HD bereits Anfang 2011 angekündigt wurde und man aufgrund einiger beeindruckenden Features des Geräts einen kleinen Hype erwartete, erschien der E-Book-Reader vor einiger Zeit gänzlich ohne die Aufmerksamkeit der Technik-Welt. Ohne jegliche Werbung begleitet, handelt es sich beim Story HD von iRiver eher um einen Geheimtipp, der besonders diejenigen Leute anspricht, welche vor allem Wert auf ein besseres Leseerlebnis legen. Wir haben den iRiver Story HD Test für Euch und sind zwiespältiger Meinung über das Gerät.
eBook Reader Test: iRiver Story HD Test

Positive Eigenschaften des iRiver Story HD

Obwohl der iRiver Story HD vollständig aus Plastik besteht, ist er sehr gut verarbeitet. Die Tasten am Gerät lassen sich sehr gut bedienen und auch der Speicherkartenslot ist hervorragend gesichert. Das Design erinnert ein wenig an den Amazon Kindle 3 und punktet durch eine gute Verteilung der Tasten. Unter dem Display, welches sechs Zoll groß ist, befinden sich die vier Tasten „Home“, „Back“, „Enter“ und „Option“ sowie eine breite Wipptaste, mit der sich Funktionen wie etwa das Scrollen durch den Text sehr leicht erledigen lassen. Der eBook Reader ist durch die Verwendung von Plastik sehr leicht und liegt auch bei längeren Lesesessions sehr gut in der Hand.

Besonders beeindrucken kann das Display des Geräts. Dieses ist wie in den meisten Fällen sechs Zoll groß, iRiver hat für den neuen Reader aber erstmals ein sogenanntes XGA-Display verwendet. Dieses ermöglicht die hohe Auflösung von 1024×768, während andere Reader im eBook Reader Test lediglich über 800×600 Pixel verfügen. Diese Qualität bei einem Display eines E-Book-Readers ist bisher weltweit einzigartig, und man kann sie in der Tat deutlich bemerken. Mit bloßem Auge lassen sich überhaupt keine Pixel mehr erkennen. Auch ansonsten ist die Bildqualität überragend. Der iRiver Story HD verwendet nämlich anders als die Konkurrenten kein eInk-Display, sondern eines von LG Electronics. Während der Kampf um die höchste Auflösung sich bisher eher in der PC- und Handyszene abspielte, setzt iRiver nun auch im Bereich der E-Book-Reader Maßstäbe, welche andere Hersteller möglicherweise veranlassen wird, hier nachzuziehen.

Auch die Komfortfunktionen beim Lesen mit dem Gerät sind äußerst zufriedenstellend. Anders als beim Sony PRS-T1 gibt es zwar nur eine Schriftart, man kann jedoch zwischen acht verschiedenen Schriftgrößen auswählen, wobei der Größenunterschied zwischen jeder Schriftart einheitlich ist. So fällt es leicht, die perfekte Größe für sich persönlich zu ermitteln. Über die Optionstaste lassen sich weitere Faktoren ein- und ausschalten, wie zum Beispiel das Inhaltsverzeichnis oder das sogenannte PDF-Reflow. Außerdem könnt Ihr auf diese Weise Lesezeichen setzen oder Begriffe im Wörterbuch suchen. Beim PDF-Reflow handelt es sich um eine hervorragende Alternative zum herkömmlichen Zoom-Modus bei PDF-Dateien. Hier kann man dynamisch über eine besonders intuitive Steuerung zwischen den Schriftgrößen wechseln, während der Reader den Text automatisch an die Displaygröße anpasst und entsprechend umbricht. Dies funktioniert allerdings nur bei reinen Text-PDFs, bei Dokumenten mit Bildern kann es Probleme geben. Dennoch sorgt gerade diese Funktion für besonderen Komfort beim Lesen. Seiten lassen sich problemlos durch die Wipptaste umblättern, und auch die QWERTY-Tastatur funktioniert gut.

Auch die Datei-Kompatibilität ist beeindruckend: Der iRiver Story HD kann Bilder aus ZIP-Dateien öffnen und ansehen, vor allem bei Comics ist dies eine nützliche Funktion. Zudem sehen die Cartoons auf dem tollen Display wirklich hervorragend aus. Auch sonst werden viele Formate unterstützt: Neben ePub und PDF können Dokumente auch in ungeschützten Formaten wie TXT, FB2, DJVU, PPT(x), XLS(x), DOC(x) und HWP angesehen werden. Im Bereich der Bilder werden wie gewöhnlich JPEG-, PNG-, GIF- und BMP-Dateien unterstützt.

Der Akku des Geräts ist leistungsfähig und hält in der Regel fast anderthalb Monate, bevor man ihn über das mitgelieferte USB-Kabel wieder am Computer laden muss.

Schwächen des iRiver Story HD

Bei allen positiven Eigenschaften hinsichtlich des Lesekomforts müssen wir in unserem iRiver Story HD Test jedoch leider auch die zahlreichen Schwächen erwähnen, zu denen wir jetzt kommen. So ist vor allem die Software extrem unausgereift. Auf dem Home-Bildschirm, welcher trotz deutscher Spracheinstellung fast vollständig in Englisch gehalten ist, befinden sich nur die letzten vier angesehenen Texte, weitere Dokumente lassen sich nur über die Gesamtansicht aufrufen. Und nun wird klar, warum bei uns in Deutschland so wenig Werbung für das Gerät gemacht worden ist: iRiver scheinen mit ihrem Gerät vor allem den US-Markt besiedeln zu wollen. Zwar handelt es sich hier offiziell um die deutsche Version des Readers, wirklich viel übersetzt wurde jedoch nicht. Die meisten Begriffe sind noch immer englisch, und in den Synchronisierungen befinden sich viele schlampige Fehler. Besonders ärgerlich ist jedoch, dass auch das Wörterbuch nur in Englisch verfügbar ist. Hinzu kommt die langsame Geschwindigkeit bei der Wörtersuche, sodass diese Funktion nahezu nutzlos ist, weshalb sie sicherlich standardmäßig auch deaktiviert ist. Auch die bereits nach dem Kauf auf dem Gerät befindlichen Texte sind zwar allesamt Klassiker, aber leider nur in Englisch. Deutsche Geschichten und Texte suchten wir vergebens.

Schwach ist auch die fehlende Unterstützung von WLAN- und UMTS-Netzwerk – ins Internet kommt Ihr mit dem Gerät also überhaupt nicht. Neue Dateien lassen sich somit nur vom Computer auf den Reader überspielen, zumindest das funktioniert angemessen. Leider wurden auch ansonsten praktisch keine speziellen Features hinzugefügt. Außer Lesen kann man mit dem Reader nichts anderes tun. Das mag zwar natürlich der eigentliche Sinn eines E-Book-Readers sein, der heutige Standard sieht aber in der Regel deutlich mehr Funktionen vor.

Fazit nach unserem eBook Reader Test

Zusammenfassend müssen wir sagen, dass sich durch unseren iRiver Story HD Test eine zweigespaltene Meinung ergibt. Das Gerät stellt zwar die Referenz im Bereich des Lesens mit einem E-Book-Reader dar, hinkt aber ansonsten hinter dem aktuell technischen Standard hinterher. Für jeden, der seinen Reader also wirklich nur zum Lesen benutzen will, ist der Story HD echt ein Geheimtipp, alle anderen sollten sich jedoch eher überlegen, ob sie nicht ein zeitgemäßeres Gerät haben möchten, welches dafür etwas geringeren Komfort beim Lesen bietet.

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